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CfP: Schibboleth Czernowitz: Das Utopische einer großen Kleinstadt im Blick aufs Detail

Publié le 6 septembre 2022 Mis à jour le 6 septembre 2022
le 1 décembre 2022
Internationale Tagungen am 20. Juli - 27. Juli 2025
Université Toulouse - Jean Jaurès

Call for Papers für die Sektion „Schibboleth Czernowitz: Das Utopische einer großen Kleinstadt im Blick aufs Detail, unter anderem mit Rose Ausländer, Paul Celan und Alfred Margul-Sperber“ im Rahmen des XV. Kongresses der Internationalen Vereinigung für Germanistik (IVG), Universität Graz, Österreich, Juli 2025.

Sektionsleitung:

Prof. Dr. Dr. hc. Andrei Corbea-Hoisie (Universität Jassy, Rumanien)
Prof. Dr. Martin A. Hainz (PPHB, Eisenstadt, Österreich)
Prof. Dr. Dirk Weissmann (Universität Toulouse Jean-Jaurès, Frankreich)
 

Czernowitz ist wie ein Kennwort – ein „Schibboleth“ – derer, die das Kosmopolitische nicht in latent übergriffigen Visionen vermuten, sondern in der in jener Kleinstadt konzentrierten Skepsis der eigenen Kultur gegenüber: von der ausgehend jede Kultur suspekt ist, aber mit allem, was Kultur ist, der Dialog und Unterhandlungen denkbar sind. Zugleich ist dieses Weltbürgerliche noch immer in der Lage, das Besondere seiner selbst – auch als Problem – zu sehen, anders als jene, deren Mangel an Weltläufigkeit alles überall gleich erscheint lässt. Gerade vor dem Hintergrund der russischen Aggression in der Ukraine ist deutlich geworden, wie wichtig die Befähigung zu Selbstkritik statt zaristischer Phantasien und zugleich zu legitimen Interessensunterhandlungen statt dieser Gewaltexzesse ist. Zugleich zeigt Czernowitz das Gefährdete dieser Anliegen und dieser kulturellen Befähigung.
 
Von diesem heutigen, durch die jüngste Geschichte zwangsläufig veränderten Blickwinkel aus soll die Literatur dieser Stadt im Rahmen des IVG-Kongresses in Graz neu, besser und genauer dargestellt werden. Über die bereits vorliegenden Monographien, Aufsätze und Lexikoneinträge vor allem zu Celan hinaus setzt sich die geplante Sektion zum Ziel, den Blick auf Zwischentöne der Literatur oder Literaturen sowie der Diskurse von Czernowitz, die teils bis heute fortdauern, zu richten. Themen, die sich hierbei anbieten, sind u.a.:
  • Czernowitz als Utopie einer europäisch-kosmopolitischen Literatur-Stadt;
  • die jüdische deutschsprachige Literatur als kritische Stimme, aber auch in ihrer Mittlerposition;
  • das insulare Czernowitz als Modellfall der „kleinen Literatur“, wie sie für Prag von G. Deleuze/F. Guattari beschrieben wird, einschließlich ihrer „kolonialen“ und „postkolonialen“ Voraussetzungen;
  • die Beziehung zum „Anderen“, Alterität in ihren Ausprägungen (lokal und kontinental, sozial etc.);
  • Autor*innen, wobei Werk- und Textanalysen Theoriemodelle konkretisieren, aber auch fordern;
  • Czernowitz zwischen Utopie und zugleich schon baldigem Fall einer Gedächtniskultur n Schulen und Strömungen von außen und ihre lokale Entwicklung;
  • Übersetzungsprozesse, auch als Form der Anerkennung.

 
Wir bitten Sie, Ihre Vorschläge für Vorträge (20 Minuten) bis zum 1. Dezember 2022 an alle drei unten genannten E-Mail-Adressen zu schicken, in folgendem Format:
  • Titel;
  • Abstract (1200 bis 2000 Zeichen);
  • Angaben zur Person: Name, Institution, Adresse, E-Mail.


 

Andrei Corbea-Hoisie (Jassy) ahoisie@hotmail.com
Martin A. Hainz (Eisenstadt) martin.hainz@ph-burgenland.at
Dirk Weissmann (Toulouse) dirk.weissmann@univ-tlse2.fr