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Kulturgeschichte

Verantwortliche: J. Lajarrige / H. Leclerc / D. Merchiers


Ausgehend vom mitteleuropäischen Raum, der unser Forschungsfeld darstellt, lassen sich die Kernaspekte seiner Kulturgeschichte sowie die Bestimmung seiner Territorien nicht vom strikt nationalen Charakter genealogischer Konstruktionen ableiten. Vielmehr müssen diese als Rezeption, Zirkulation und Aneignung von historiographischen Modellen innerhalb „in Kontakt“ stehender Kulturen gedacht werden, wobei dies Widerstände und starke Spannungen, die an gewissen Momenten der Geschichte zwischen dominierenden und dominierten Kulturen besonders verschärft sind, keineswegs ausschließt. Auch soll den Modalitäten der Zirkulation und Vermittlung der kollektiven Darstellungen, die in den jeweiligen Gesellschaften die Entstehung einer „Sozialgeschichte der Vorstellungen“ („histoire sociale des représentations“), wie sie etwa P. Ory versteht, begünstigen, besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden.

Die Kulturgeschichte Mitteleuropas, die untrennbar mit den deutschsprachigen Minderheiten verbunden ist, muss daher ausgehend von den Widerstandsphänomenen gegen die nationalen Mehrheitskulturen und ästhetischen und politischen Formen, die diese hervorbringen, um die Welt innerhalb dieses Raumes darzustellen, betrachtet werden. Die Bewahrung des kulturellen Vermächtnisses der Minderheiten dieses seinem Wesen nach multikulturellen und mehrsprachigen Raumes wird daher in doppelter Hinsicht ins Auge gefasst: zunächst in Verbindung mit den großen städtischen Zentren (Wien, Berlin, Prag), dann in Bezug zu den Nationalkulturen, mit denen sie in Konkurrenz treten.

Darüber hinaus legt diese Forschungsachse den Fokus auf den Aspekt der Marginalität im Verhältnis zur deutschen Nationalkultur sowie auf den entscheidenden Beitrag der jüdischen Intellektuellen und Denker aus den zentral- und osteuropäischen « Provinzen ». Parallel dazu wird die Präsenz dieses Raumes in der österreichischen und deutschen Vorstellungswelt des 19. und 20. Jahrhunderts und seinen Beiträgen zur dominierenden Kultur in den Blick gerückt.



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